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Birgit Neyer vor dem Landeshaus in Münster

Birgit Neyer im Interview: "Ich möchte, dass Klimaneutralität hier wirklich gelebt wird"

Birgit Neyer ist seit Oktober 2022 Erste Landesrätin und Kämmerin des LWL.

Frau Neyer, woran sparen Sie am liebsten?

Ich würde gern noch viel mehr an Energie sparen und so unsere Klimaschutzziele noch vor 2030 erreichen. Dass es wirtschaftlich ist, sich von fossilen Brennstoffen unabhängig zu machen und sich möglichst selbst zu versorgen über Sonne und Wind, zeigt uns gerade die Energiekrise.

Birgit Neyer im Landeshaus

Leben wir in den finanziell schwersten Zeiten überhaupt?

Wir leben auf jeden Fall in sehr herausfordernden Zeiten. Die vergangenen Jahre – erst die Coronakrise und jetzt der Angriffskrieg auf die Ukraine – haben uns gezeigt, dass wir uns immer wieder auf neue Situationen einstellen müssen. Wir können nicht mehr damit rechnen, dass alles so weiter geht wie bisher.

Sie waren vorher in der Wirtschaftsförderung tätig – was kann der LWL von der Wirtschaft lernen?

Was mich wirklich überrascht hat: wie innovativ und modern der LWL schon an vielen Stellen aufgestellt ist.

Wie viele Unternehmen setzt auch der LWL immer stärker auf agiles Arbeiten. Statt alles bis zu Ende durchzuplanen, legt man eine Marschroute fest und kommt dann möglichst schnell in die Umsetzung. Wichtig ist dafür eine enge Zusammenarbeit und dass die Entscheidungen dort getroffen werden, wo die Arbeit gemacht wird. Dazu sollten wir unsere Mitarbeitenden noch viel mehr ermuntern.

Ein Windrad steht auf einer Blumenwiese

Warum würden Sie Ihren Kindern empfehlen, beim LWL zu arbeiten?

Ganz einfach: weil wir unglaublich vielfältige Aufgaben haben und weil wir wirklich Gutes tun. Und mir gefällt auch die Art, wie wir das hier tun, nämlich mit viel Fürsorge für die Menschen.

Außerdem ermöglicht der LWL berufliche Entwicklung. Das finde ich persönlich sehr wichtig. Und jede und jeder, der oder die hier arbeitet, hat die Möglichkeit, sich mit guten Ideen einzubringen.

Birgit Neyer sitzt vor dem Landeshaus

In welchen Themen muss der LWL in den nächsten sieben Jahren am meisten tun?

Bei Klimaschutz und Nachhaltigkeit – jetzt noch mal verstärkt durch die Energiekrise. Ich möchte, dass wir Vorreiter sind, ein gutes Beispiel für die Kommunen, und dass Klimaneutralität hier wirklich gelebt wird.

Auch bei der Digitalisierung werden wir neue Möglichkeiten suchen müssen. Wir leben in Zeiten des demografischen Wandels und werden unsere Arbeit in Zukunft mit weniger Menschen erledigen müssen. Deshalb müssen wir uns fragen: Wie können wir noch effizienter arbeiten? Dafür brauchen wir mehr technische und digitale Hilfsmittel und wir müssen die Art und Weise, wie wir arbeiten, noch mal überdenken.

Eine dritte Herausforderung wird es sein, Aufgaben für die Kommunen zu bündeln und diese zu entlasten. Das ist quasi unsere DNA. Die Probleme, die wir aktuell haben, wie zum Beispiel Fachkräfte zu gewinnen oder bestimmte Herausforderungen im IT-Bereich, die haben Mitgliedskörperschaften auch. Hier sollten wir hinschauen und Lösungen entwickeln.

Mir würde es auch gut gefallen, wenn der LWL Förderer von neuen Ideen in Sachen Inklusion würde. Warum soll man bestimmte Dinge nicht über einen vermehrten Einsatz von Robotik lösen? Oder Mitarbeitende nicht durch neue digitale Technologien entlasten, damit sie mehr Zeit für die komplexeren Fälle haben? Hier müssen wir neue Konzepte entwickeln.

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